Freitag 4.7./Samstag 5.7.: Bereits die Anreise "Trainingsgruppe Star" des ÖSV bestehend aus Christian Nehammer, Hans Spitzauer, Peer Wilhelm(NRV) und meiner Wenigkeit gestaltete sich als ausgesprochen schwierig. Die drei erstgenannten hatten nämlich die Tücken des neu eröffneten Flughafens von Peking(mit 3,5km!! Länge immerhin das größte Gebäude der Welt) zu überwinden, um nach Qingdao zu gelangen.
Wegen des schlechten Wetters und möglicherweise wegen eines Pilotenstreiks wurden der Großteil der Flüge ab Peking gestrichen. Hans gelang es, sich nach 14h Wartezeit um 2h30 morgens mit massiven Körpereinsatz gegen die anderen 8000! wartenden Passagiere am Flughafen durchzusetzten und einen Flug für den nächsten Tag 17h für die Mannschaft, sowie einen Hotelplatz für die Nacht zu ergattern.
Ich selbst entgang gottseidank dieser Tortur, da ich mich bereits in Südchina befand und nicht über Peking anreiste. So konnte ich die anderen drei im Hotel in Qingdao erwarten und sie um 20 Uhr tröstend in die Arme nehmen ;-).
Sonntag 6.7.:Durch die eintägige Verspätung konnte mit dem Ausladen der beiden Starboote erst am Sonntag begonnen werden. Hier wurde die Gruppe jedoch wieder entschädigt, da die beiden Boote unbeschädigt aus den Containern aus Europa und USA ausgepackt werden konnten. Schiffstransporte in Containern sind ja nicht immer unproblematisch.
Am Montag und Dienstag wurden die beiden Boote (eines segelte vor 10 Wochen vor Miami die WM der Stare. Ein 16.Platz bedeutete dort die Qualifikation für Christian und Hans für die Spiele in Peking. Das andere Boote wurde eigens für die Wind-und Wellenverhältnisse hier in Qingdao konstruiert und bis jetzt erst einmal bei der Pfingstregatta am Attersee probegesegelt.) repariert bzw. optimiert. Durch das sehr warme und feuchte Klima hier (Nebel mit unter 50m Sichtweite im Juli) waren das nicht gerade zwei sehr angenehme Arbeitstage. Es wurde jedoch durch eine gute Zeiteinteilung viel geschafft und die Boote waren Mittwoch morgens bereit für die ersten Tests.
Mittwoch 9.7.: Die beiden Starboote wurden zum ersten mal mit einem Kran für 70ft Yachten in das großteils algenbefreite, jedoch noch immer übel riechende gelbe Meer gehoben.
Bei Windstärken zwischen 3 und 10 Knoten, 1m hohen Wellen Strom aus 270° und einer Sichtweite von ca. 100 Metern wurde die erste Testfahrt gestartet.
Als Betreuer vom ÖSV begleitete uns Alfred Pelinka. Durch die geringe Sicht ist der Einsatz von GPS und der Sichtkontakt zu den anderen Booten absolut notwendig, um wieder sicher in den Hafen zu finden(siehe Bild). Es gibt hier Schwimmbarrieren gegen die Algen, Schiffahrtsstraßen, Felsen und Baggerschiffe, die plözlich aus dem Nebel auftauchen und die Arbeit am Wasser erschwehren. Kreuzende Marineschiffe mit dicken Kanonen am Vorschiff bereiten auch keine kuschelige Athmosphäre. Zum Glück haben wir rote Sterne im Segel, das identifiziert uns hier als Freunde ;-D !!
Die Gegebenheiten hier erfordern höchste Aufmerksamkeit von den Beteiligten.
Ziel in den ersten Testtagen ist es, auf verschiedenen Kursen, mit Mannschaftswechsel und verschiedenen Trimmeinstellungen die beiden Boote gegeneinander auszutesten, um das tatsächliche Olympiaschiff zu bestimmen. Die Tests werden Video-und Computerunterstützt ausgewertet.
Der erste Test erstreckte sich über 20 Meilen und dauerte über 5 Stunden.
Morgen geht’s mit dem Testen weiter.
Ich melde mich in den nächsten Tagen wieder.
Liebe Grüße
Adi Lüzlbauer